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Familienführung: Auf den Spuren der Germanen in Bielefeld-Sieker

  • vor 5 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Fast 2000 Jahre Geschichte direkt unter unseren Füßen: Bei Ausgrabungen in Bielefeld-Sieker haben Archäolog:innen eine außergewöhnlich große germanische Siedlung aus dem 2. bis 5. Jahrhundert nach Christus freigelegt. Nachdem die archäologischen Arbeiten inzwischen abgeschlossen sind, steht fest: Die Siedlung war weit mehr als eine Ansammlung einzelner Höfe. Sie war ein bedeutendes Zentrum für die damalige Region.

Bei einer familienfreundlichen Führung lädt die Bielefelder Landtagsabgeordnete Christina Osei dazu ein, gemeinsam mit Dr. Sven Spiong, Leiter der Bielefelder Außenstelle der LWL-Archäologie für Westfalen, auf Entdeckungsreise zu gehen. Kinder und Erwachsene erfahren direkt vor Ort, was die Archäolog:innen gefunden haben und was diese Spuren über das Leben der Menschen erzählen.

Eine außergewöhnliche Siedlung

Bei den Grabungen wurden die Spuren von mindestens 30 großen Langhäusern entdeckt. Einige waren bis zu acht Meter breit und 30 Meter lang. Hinzu kamen Nebengebäude und kleine Grubenhäuser. Bemerkenswert ist auch, dass manche Häuser über lange Zeit immer wieder an derselben Stelle neu errichtet wurden. Einige Hofplätze bestanden offenbar über einen Zeitraum von rund 200 Jahren.

Für die damalige Zeit war eine so große und dicht bebaute Siedlung in Ostwestfalen ungewöhnlich. Während die Menschen meist auf einzelnen Höfen oder in kleinen Weilern lebten, kamen hier offenbar viele Menschen auf engem Raum zusammen.

Warum gerade in Sieker? Auch darauf geben die Ausgrabungen Hinweise. Fruchtbare Böden und der Mühlenbach boten gute Lebensbedingungen. Gleichzeitig lag die Siedlung verkehrsgünstig an einer alten Route durch den Bielefelder Pass. Über diese Verbindung waren die Menschen offenbar auch nach dem Rückzug der Römer mit anderen Regionen verbunden.

Davon erzählen besondere Funde aus der römischen Welt. Eine kleine römische Münze aus dem 2. Jahrhundert hilft den Archäolog:innen sogar dabei, eines der Häuser genauer zu datieren.

Archäologie für Groß und Klein

Wie erkennt man eigentlich ein Haus, von dem nach fast 2000 Jahren nichts mehr zu sehen ist? Was verraten ein paar Scherben oder eine kleine Münze? Wie lebten Kinder damals? Und warum verschwand eine so bedeutende Siedlung schließlich wieder?

Bei der Führung erklärt Dr. Sven Spiong die Entdeckungen anschaulich und familiengerecht und nimmt Kinder wie Erwachsene mit in die Welt der Archäologie.

Da die Grabungsarbeiten inzwischen beendet sind, beginnt nun die wissenschaftliche Auswertung der zahlreichen Funde und Befunde. Viele Fragen sind bereits beantwortet – andere beschäftigen die Forscher:innen noch. Die Führung bietet damit die Gelegenheit, aus erster Hand zu erfahren, was die Ausgrabungen über die Geschichte Bielefelds neu ans Licht gebracht haben.

Datum: 24. August 2026

Uhrzeit: 15 Uhr

Treffpunkt: Kleiner Parkplatz an der Oldentruper Straße westlich des Mühlenbaches. Direkt vor Ort sind nur wenige Parkplätze vorhanden



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