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Art after Work – Kulturelle Perlen in Bielefeld

Neue Veranstaltungsreihe

Kunst, Kultur und gute Gespräche nach Feierabend: Mit dem neuen Format Art After Work lade ich dazu ein, kulturelle Orte, kreative Projekte und interessante Menschen in Bielefeld kennenzulernen. Ob Ausstellungen, Ateliers, Kunst im öffentlichen Raum oder Begegnungen mit Künstlerinnen, Künstlern sowie Autorinnen und Autoren – im Mittelpunkt stehen Inspiration, Austausch und neue Perspektiven.

Kurz, unkompliziert und anregend – genau das Richtige für eine kulturelle Auszeit nach Feierabend.

Ich freue mich auf interessante Begegnungen, neue Eindrücke und gute Gespräche mit Ihnen und euch.




Zu Besuch im atelier D

Den Auftakt macht am Dienstag, 23. Juni 2025, um 18.00 Uhr ein Besuch im atelier D von Sunčana Dulić. Das atelier D ist zugleich Modeatelier, Concept Store und Ausstellungsort. Seit 2011 präsentiert Sunčana Dulić dort regelmäßig zeitgenössische Kunst und schafft bewusst einen offenen Raum für Begegnungen zwischen Kunst, Mode und Kultur. Kunst wird hier nicht unter dem Aspekt der Verkäuflichkeit ausgewählt, sondern aus persönlicher Überzeugung und Interesse gezeigt.

Aktuell sind die Wolkenbilder der Künstlerin Imke Brunzema zu sehen. In ihren kleinformatigen Ölgemälden widmet sie sich den unendlichen Erscheinungsformen des Himmels. Mal ruhig und lichtdurchflutet, mal dramatisch und bewegt, erzählen ihre Wolkenlandschaften Geschichten ganz ohne Figuren oder Landschaften. Die Arbeiten laden dazu ein, zu schauen, zu träumen und eigene Assoziationen entstehen zu lassen.
 

Für Sekt und Salzstangen ist gesorgt.
 

Art After Work atelier D
Di. 23. Juni 2026, 18.00 Uhr
Rohrteichstraße 30A, Bielefeld



Über die Ausstellung

 

Die Malerei besteht eigentlich nur aus Farb-Pigmenten auf einer Fläche. Sie ist reine Illusion. Auch wenn sie etwas Gegenständliches darstellt, bleibt es Farbe auf einer Fläche. Am Himmel sehen wir Wolken. Sie existieren und doch auch nicht. Wir sehen sie als bestünden sie aus weißer Watte, doch es sind nur winzigste Wassertröpfchen und kleinste Eiskristalle, die in der Atmosphäre an Staubpartikeln verdunsten. Wenn wir an Wolken denken, sehen wir sie im geistigen Auge als weiße Schäfchenwolken an einem blauen Himmel. Wir denken also meistens an die Schönwetterwolken. Es gibt aber unendlich viele Formen und Farben. Sie können aber auch schwarz oder grau, auch rot oder orange sein. Der Grund warum wir sie meistens in Weiß sehen, liegt daran, dass dadurch das Wasser in sehr feinen Tröpfchen und Kristallen vorliegt, kann das Sonnenlicht diffus gestreut werden, was unser Auge als weiße Farbe wahrnimmt. Die Tröpfchen funktionieren wie kleine Spiegel. So spiegeln sie auch das langwellige rote Licht der untergehenden Sonne wider. Wenn die Tröpfchen sehr dicht sind, kann nicht mehr viel Sonnenlicht durchscheinen durch die Wolke und wir sehen sie in einem dunklen Grau bis hin zu Schwarz. Das Farbenspiel der Wolken gehört zu einer der großartigsten Naturerscheinungen. Deswegen ist es umso schöner, dass sich Imke Brunzema diesem Thema gewidmet hat. Sie malt die Wolken in Öl auf Leinwand. Ihre Formate sind relativ klein, doch genau das ist sehr sympathisch. Sie unterliegt nicht dem Druck, die Größe und unendliche Weite des Himmels auch im Format abzubilden, sondern schafft es, dieses Gefühl der Weite auf kleinen Leinwänden spürbar zu machen. Das ermöglicht ihr viele verschiedene Wolkenkonstellationen darzustellen und damit die schier unendlichen Variationsmöglichkeiten zu zeigen, die das Thema bietet. Sie befindet sich mit ihren Wolkenbildern in bester künstlerischer Gesellschaft. Turner ist ein bekanntes Beispiel. Interessant ist dabei, dass man bei Imke Brunzema sieht, was man auch bei Turner gut funktioniert, dass durch die Art der Wolken ein wahres Storytelling entsteht. Je nach Wolkenhimmel wird eine friedliche oder dramatische Atmosphäre erzeugt. Bei Turner sieht man dann im unteren Bildteil noch das Meer, Landschaft, Andeutung von Städten oder Menschen. Imke Brunzemas Storytelling kommt ganz ohne den unteren Bildteil aus. Die Wolken symbolisieren weit mehr als nur das Wetter. Sie stehen für die unendliche Weite, den Himmel und haben auch religiöse Bedeutung. Wir haben den Wolken viel zu verdanken. Sie schützen uns und wer schon mal sehr lange Zeit unter permanent blauem Himmel tagein und tagaus gelebt hat, bekommt dafür ein Gefühl. Wüsten sind eben durch die Abwesenheit von Wolken tagsüber sehr heiß und nachts sehr kalt. Für die bessere Berechnung von Wolkenformationen, Klimaerwärmung und Kipppunkten erhielt Syukuro «Suki» Manabe 2021 den Nobelpreis für Physik. Es gibt auch eine Klassifizierung, die von Luke Howard und seinem Artikel On the modifications of clouds aus dem Jahr 1803 hervorgeht. Mit lateinischen Begriffen werden die Wolken in Gattungen, Arten, Unterarten und Sonderformen beschrieben. Je nach Form Höhe und Länge versucht man dabei den Himmel genau zu beschreiben. Es gibt drei Grundformen: Stratus (Schichtwolken), Cumulus (Haufenwolken) und Cirrus (Schleierwolken), sowie die Zwischenformen Stratocumulus und Cumulo cirro-stratus bzw. Nimbus (Regenwolken). Vielleicht kennen sich ein paar Besucher dieser Ausstellung etwas damit aus, dann können sie auf die Bilder zeigen und sagen, das hier ist eine Cumuluswolke, das da eine Cirruswolke im Abendlicht…und manche Besucher können vielleicht gar nichts benennen, dafür aber die Stimmung der Bilder auf sich wirken lassen und sich dazu ihre eigene Geschichte ausdenken. Dem Träumen und der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Der Himmel ist groß und weit.

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