„Do Women Have to Be Naked to Be Visible?“ – Feministische Kulturpolitik im Fokus
- 3. Apr.
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Aktualisiert: vor 3 Tagen
Im Rahmen des Frauenkongresses der Grünen Landtagsfraktion NRW am 21. März 2026 wurde deutlich, wie tief strukturelle Ungleichheiten im Kulturbetrieb verankert sind. Referentin Nicole Grothe vom Museum Ostwall Dortmund gab Einblicke in die Arbeit der Guerrilla Girls und aktuelle Machtstrukturen. Klar wurde: Mehr Sichtbarkeit, faire Bezahlung und echte Teilhabe sind zentrale Voraussetzungen für eine vielfältige Kulturlandschaft.
Im Workshop „Do Women Have to Be Naked to Be Visible?“ – Guerrilla Girls, Machtkritik und feministische Kulturpolitik heute wurde diskutiert, wie Ungleichheiten in Kunst und Kultur sichtbar gemacht und überwunden werden können. Mitinitiiert wurde der Workshop von Christina Osei und Frank Jablonski. Ausgangspunkt waren die Strategien der Guerrilla Girls, die seit den 1980er Jahren mit künstlerischen Interventionen auf Sexismus, rassistische Ausschlüsse und Machtasymmetrien aufmerksam machen.
Anhand konkreter Beispiele wurde deutlich, dass Ungleichheiten bis heute fortbestehen: Werke von Frauen und anderen marginalisierten Gruppen sind weiterhin unterrepräsentiert, schlechter bezahlt und weniger sichtbar. Kritisch diskutiert wurde die Gefahr rein symbolischer Einbindung ohne strukturelle Veränderungen. Stattdessen braucht es nachhaltige Anpassungen in Förderpraxis, Programmgestaltung und Entscheidungsstrukturen.
Auch die Verantwortung von Institutionen und Entscheidungsträgerinnen wurde hervorgehoben: Gesellschaftliche Rahmenbedingungen müssen stärker reflektiert und künstlerische Positionen strukturell gestärkt werden. Christina Osei betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung fairer Rahmenbedingungen und verwies auf die seit 2026 geltenden Honoraruntergrenzen als wichtigen Schritt.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass weiterhin großer Handlungsbedarf besteht: Frauen sind seltener in Leitungspositionen vertreten, erhalten weniger Fördermittel und haben insbesondere nach Familienphasen schlechtere Chancen. Neben einer Weiterentwicklung feministischer Perspektiven hin zu mehr Diversität wurden konkrete Maßnahmen benannt, etwa mehr Frauen in Jurys und Leitungspositionen sowie eine stärkere Förderung von Netzwerken. Insgesamt zeigt sich: Ungleichheiten im Kulturbetrieb sind strukturell bedingt und erfordern konsequente politische und institutionelle Veränderungen. Wir haben uns verabredet im Gespräch zu bleiben und werden Sie und ech an dieser Stelle weiter zu dem Thema informieren.




