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Das war die erste Artenschutzkonferenz OWL 2026

  • 15. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 14 Stunden



Mit der ersten Artenschutzkonferenz OWL am 30. Mai 2026 im Haus der Kirche in Bielefeld ist ein erfolgreicher Auftakt gelungen. Über 100 Interessierte aus Naturschutz, Landwirtschaft, Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um sich über aktuelle Herausforderungen und konkrete Lösungsansätze zum Erhalt der Biodiversität auszutauschen.

Die Konferenz zeigte, dass das Thema Artenschutz in Ostwestfalen-Lippe auf großes Interesse stößt und viele Menschen bereit sind, Verantwortung für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen zu übernehmen. Besonders positiv aufgenommen wurde die Verbindung aus wissenschaftlichen Impulsen, praktischen Erfahrungen, politischer Diskussion und der Möglichkeit zum persönlichen Austausch.

Inhaltlich spannte die Konferenz einen breiten Bogen: Die Beiträge zeigten, welchen Beitrag eine biodiversitätsfördernde Landwirtschaft zum Erhalt von Lebensräumen leisten kann, wie private Gärten und Grünflächen durch eine naturnahe Gestaltung den Insektenschutz fördern und welche Möglichkeiten bestehen, die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft gezielt zu stärken. Darüber hinaus wurde am Beispiel des Bibers deutlich, welche Chancen, aber auch welche Herausforderungen die Rückkehr heimischer Tierarten mit sich bringt und wie ein gutes Miteinander von Mensch und Natur gelingen kann. Gemeinsam machten die Beiträge deutlich, dass erfolgreicher Artenschutz nur im Zusammenwirken vieler Akteurinnen und Akteure gelingen kann und sowohl in Städten als auch im ländlichen Raum zahlreiche konkrete Handlungsmöglichkeiten bestehen.

Ein wichtiger Bestandteil der Konferenz war zudem der Markt der Möglichkeiten. Dort präsentierten Initiativen, Verbände und Projekte aus Ostwestfalen-Lippe ihre Arbeit und kamen mit den Teilnehmenden ins Gespräch. Die Bandbreite reichte von praktischen Naturschutzmaßnahmen über Umweltbildung bis hin zu regionalen Biodiversitätsprojekten. Der Markt bot die Gelegenheit, konkrete Projekte kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Dadurch entstanden bereits während der Pausen intensive Gespräche und erste Ideen für zukünftige Kooperationen.

Die abschließende Podiumsdiskussion verdeutlichte, dass Artenschutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Trotz unterschiedlicher Perspektiven bestand Einigkeit darüber, dass dem Verlust der Artenvielfalt nur mit mehr Zusammenarbeit, verlässlichen Rahmenbedingungen und konkreten Maßnahmen begegnet werden kann. Besonders wertvoll war dabei der offene Dialog zwischen Vertreterinnen und Vertretern aus Naturschutz, Landwirtschaft, Politik und Praxis. Er machte deutlich, dass tragfähige Lösungen nur gemeinsam entwickelt werden können.

Insgesamt hat die Artenschutzkonferenz OWL ihr Ziel erreicht, Akteurinnen und Akteure zu vernetzen, Wissen zu vermitteln und neue Impulse für den Artenschutz in der Region zu setzen. Die hohe Beteiligung und die positive Resonanz der Teilnehmenden zeigen, dass ein großes Bedürfnis nach Austausch und gemeinsamer Arbeit an Lösungen besteht. Die Konferenz kann damit als wichtiger Ausgangspunkt für weitere Aktivitäten und Kooperationen zum Schutz der biologischen Vielfalt in Ostwestfalen-Lippe gewertet werden.

Eine wichtige Erkenntnis der Konferenz war, dass wir Artenschutz breiter denken müssen. Wenn wir Artenvielfalt dauerhaft erhalten wollen, brauchen wir nicht nur ökologische und politische Lösungen, sondern auch gesellschaftliche Verbündete. Gerade die Kultur kann dabei eine wichtige Rolle spielen: Sie schafft Zugänge, vermittelt Wissen auf emotionaler Ebene und bringt Menschen miteinander ins Gespräch. Artenschutz wird dann erfolgreich sein, wenn er nicht als Nischenthema verstanden wird, sondern in allen gesellschaftlichen Bereichen mitgedacht wird.

Gleichzeitig hat die Konferenz gezeigt, welches Potenzial in einer starken regionalen Vernetzung liegt. Sie richtete den Blick bewusst auf Ostwestfalen-Lippe und machte deutlich, welchen Beitrag Städte, Landwirtschaft, Naturschutz, Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft jeweils leisten können, um die biologische Vielfalt langfristig zu sichern. Die große Vielfalt der Teilnehmenden unterstrich, dass Biodiversität längst eine Querschnittsaufgabe ist, die nur gemeinsam erfolgreich gestaltet werden kann.

Fazit: Die erste Artenschutzkonferenz OWL war ein voller Erfolg. Sie hat gezeigt, dass Artenvielfalt viele Menschen bewegt und die Bereitschaft groß ist, gemeinsam konkrete Schritte für mehr Naturschutz vor Ort zu gehen. Die Veranstaltung hat wichtige Netzwerke gestärkt, neue Kooperationen angestoßen und den Grundstein für eine Fortsetzung des Formats gelegt. ___ Programm

Grußworte

Viktor Haase, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Martin Adamski, Dezernent für Umwelt, Mobilität, Klimaschutz und Gesundheit, Bielefeld Norika Creuzmann, MdL und Christina Osei Keynote MdL Steffi Strotdrees, Bioland-Landwirtin und ehem. Vizepräsidentin Bioland e. V. Vorträge Fiona Holthus, Stiftung Westf. Kulturlandschaft Peter Rüther, Geschäftsführung Biologische Station Paderborn–Senne, Projektleitung „BieNe“ Jan Preller, Naturschützer und Förster Podium Jürgen Albrecht, Vorsitzender NABU Bielefeld Dr. Jan-Niclas Gesenhues, MdB Karsten Otte, Sprecher Bezirkskonferenz Naturschutz OWL Dr. Christine Thiel-Bender, Referentin Artenschutz, BUND NRW Antonius Tillmann, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Bezirksverbandes OWL und des landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter Moderation Dr. Tanja Busse, Autorin und Journalistin Buchempfehlungen artenschutzkonferenz-owl.de

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