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Pressemitteilung: „Wenn ich lieb bin, hört Mama mit dem Trinken auf.“

  • Autorenbild: romymamerow
    romymamerow
  • 4. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Mit einer eindrucksvollen Ausstellung wurde am 2. Dezember im Düsseldorfer Landtag die Bilderreihe „Die Farben meiner Seele“ eröffnet. Die zwölf gezeigten Werke stammen von Kindern aus suchtbelasteten Familien – und keines der Exponate ließ die Besucherinnen und Besucher unberührt. Sie geben einen seltenen, aber umso bewegenderen Einblick in die Gefühlswelt junger Menschen, die im Schatten elterlicher Suchterkrankungen aufwachsen.


Besonders eindrucksvoll führte Dr. Eva Brockmann, Leiterin der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche beim Caritasverband Paderborn in das Thema ein. Anhand einzelner Bildbeispiele machte sie deutlich, welche Last Kinder in suchtkranken Familien tragen: Schuldgefühle, Unsicherheit über den Verlauf des Tages, Verantwortung für jüngere Geschwister oder das ständige Verstecken eigener Gefühle. „‚Wenn ich lieb bin, hört Mama mit dem Trinken auf‘ – dieser Satz steht stellvertretend für die emotionale Verstrickung, in der sich viele betroffene Kinder befinden“, erklärte Dr. Brockmann. Auch die Tabuisierung der Sucht als „Familiengeheimnis“ oder die Angst, Freunde nach Hause einzuladen, gehören für viele zum Alltag. „Meine Seele ist in mehrere Teile gespalten“, beschreibt ein Kind sein Bild – ein Satz, der vielen Besucherinnen und Besuchern unter die Haut ging.


Die Ausstellung wurde von den Landtagsabgeordneten von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Norika Creuzmann (Paderborn) und Christina Osei (Bielefeld), Vorsitzende des Kulturausschusses, an den Landtag geholt. Sie setzen sich dafür ein, den jungen Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne im Landtag zu geben. „Kinder suchen die künstlerische Auseinandersetzung mit ihrer Lebenswirklichkeit“, betont Christina Osei. „Diese Kinder haben den Mut, etwas von ihrer eigenen Welt sichtbar zu machen. Wir geben ihnen hier den Raum, sich auszudrücken, ohne sich erklären zu müssen“. Die Ausstellung „Die Farben meiner Seele“ zeigt so, was sonst oft im Verborgenen bleibt – und gibt den Kindern eine Stimme, die viel zu selten gehört wird. „Kunst hilft heilen“, so die Abgeordnete.

Die Gruppe „KiSuFa“ – eine Kooperation der Suchtkrankenhilfe und der Erziehungsberatung der Paderborner Caritas – bietet Kindern aus suchtbelasteten Familien wöchentlich einen geschützten Rahmen. Dort können sie spielen, reden, zur Ruhe kommen oder ihre Gefühle künstlerisch ausdrücken. Ziel ist es, ihnen eine verlässliche und strukturierte Gegenwelt zu den Belastungen des Alltags zu schaffen. Diese Gruppe wird über kommunale Mittel von Stadt und Kreis Paderborn finanziert.


Die Dimension des Problems ist groß: In Deutschland leben rund 2,65 Millionen Kinder mit einem alkoholkranken Elternteil, etwa 50.000 weitere wachsen mit drogenabhängigen Eltern auf. „Rein rechnerisch sind das mehrere betroffene Kinder pro Schulklasse“, so Dr. Brockmann.

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