Pressemitteilung: Familienführung – Auf den Spuren der Germanen in Bielefeld-Sieker
- 14. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Was erzählen ein paar Scherben, eine römische Münze und die Spuren längst verschwundener Häuser über das Leben in Bielefeld vor fast 2000 Jahren? Zu einer familienfreundlichen Entdeckungsreise in die Vergangenheit lädt die Bielefelder Landtagsabgeordnete Christina Osei am Montag, 24. August 2026, um 15 Uhr nach Bielefeld-Sieker ein.
Dort haben Archäolog:innen eine außergewöhnlich große germanische Siedlung aus dem 2. bis 5. Jahrhundert nach Christus freigelegt. Die inzwischen abgeschlossenen Ausgrabungen zeigen: Sieker war damals nicht nur eine Ansammlung einzelner Höfe, sondern nach Einschätzung der LWL-Archäologie ein bedeutendes Zentrum für die Region.
Gefunden wurden die Spuren von mindestens 30 großen Langhäusern, teilweise bis zu acht Meter breit und 30 Meter lang, außerdem Nebengebäude und kleinere Grubenhäuser. Einige Hofplätze wurden offenbar über einen Zeitraum von rund 200 Jahren immer wieder genutzt und neu bebaut.
Besonders spannend sind die Hinweise auf Kontakte zur römischen Welt. Die Siedlung lag verkehrsgünstig an einer alten Route durch den Bielefelder Pass. Römische Importstücke und eine Münze aus dem 2. Jahrhundert geben Einblicke in die Verbindungen und den Austausch der damaligen Bewohner:innen.
„Geschichte wird hier unmittelbar vor der eigenen Haustür sichtbar. Gerade für Kinder ist es spannend zu erleben, wie Archäolog:innen aus Bodenverfärbungen, Scherben und kleinen Fundstücken rekonstruieren können, wie Menschen vor vielen Jahrhunderten gelebt haben. Deshalb freue ich mich besonders auf eine Führung, bei der auch Kinder die Geschichte dieses besonderen Ortes entdecken können“, sagt Christina Osei.
Durch die ehemalige Grabungsfläche führt Dr. Sven Spiong, Leiter der Bielefelder Außenstelle der LWL-Archäologie für Westfalen. Er erklärt anschaulich, wie die Siedlung aufgebaut war, warum sich die Menschen gerade hier niederließen, welche Bedeutung die besonderen Funde haben und welche Fragen die Wissenschaft noch beschäftigen.
Die Führung knüpft an eine bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem LWL organisierte Veranstaltung an, die mit mehr als 80 Teilnehmer:innen auf großes Interesse gestoßen war. Da die Grabungsarbeiten inzwischen beendet sind und nun die wissenschaftliche Auswertung beginnt, gibt es dieses Mal auch neue Erkenntnisse über die Bedeutung der Siedlung.
Termin: Montag, 24. August 2026, 15:00 Uhr
Dauer: ca. 60 Minuten
Führung: LWL-Sonderführung mit Dr. Sven Spiong, LWL-Archäologie für Westfalen
Treffpunkt: kleiner Parkplatz an der Oldentruper Straße westlich des Mühlenbaches
Hinweise: Direkt vor Ort sind nur wenige Parkplätze vorhanden. Festes Schuhwerk empfohlen; die Führung findet im Freien statt.
Die Führung ist familienfreundlich, kostenlos und es ist keine Anmeldung erforderlich.




